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26.10.2020

Das Martinsgansturnier 2020

Am Sonntag, den 25.10.2020, fand bei herrlichem Herbstwetter, das sich bis kurz vor Ende hielt, das alljährige Turnier um die Martinsgans mit für die Saison typischer pickepackevoller Teilnehmerliste statt.

v. l. Berthold Itter, Joachim Crones, Julius Crones und Carl Siemon

Das lag bestimmt nicht nur an der Gans, die es zu gewinnen gab, oder dem leckeren Gänsebraten, den Francois Heuertz jedes Jahr sagenhaft gut hinbekommt, sondern auch ein wenig an dem Hunger auf Turniere, die ja in diesem Virenjahr sehr dosiert stattgefunden haben. Bis vor kurzem war dieses Turnier immer der offizielle Saisonabschluss gewesen, aber die neukreierten Glühwein-Open haben der Martinsgans diesen Status geraubt. Was dem Reiz dieses Turniers aber keinen Deut geschadet hat, denn für die meisten Clubmitglieder geht mit ihm trotzdem die Saison so langsam zu Ende. Für sie ist ein lecker Gänschen interessanter als warmer süßer Alkohol.

Gespielt wird das Martinsgans Turnier als Chapman-Vierer in der klassischen Zählspielform. Erlaubt sind außerdem pro Teilnehmer nur 3 Schläger, inklusiv Putter. Da ich mal annehme, dass es außer mir noch andere Mitglieder gibt, die nicht so genau wissen, wie ein Chapman-Vierer überhaupt gespielt wird, hier eine kleine Aufklärung: Es spielen also 2 Zweierteams gegeneinander, wobei beide Teammitglieder abschlagen und danach den jeweiligen Ball des anderen spielen. Erst jetzt, also nach dem zweiten Schlag jedes Spielers, wird endschieden, welcher Ball weitergespielt und welcher aufgenommen wird. Danach wird dieser auserwählte Ball abwechselnd geschlagen bis er endlich im Loch verschwindet. Da es unglaublich viele Situationen geben kann (beide Abschläge im Aus usw.), die ich nicht alle erläutern will, kann es bei einem Chapman-Vierer sogar vorkommen, dass der Herr vom Damenabschlag und die Frau vom Herrenabschlag abschlagen muss. Also eine spannende und strategisch sehr anspruchsvolle Kiste! Erfunden hat diese Spielart ein Herr Dick Chapman (1911-1978), der den Rekord von 19  Masters-Teilnahmen als Amateur bis heute hält.


Die beiden besten Strategen im Brutto waren an diesem Sonntag mit Carl Siemon und Berthold Itter zwei Spieler, deren ausgetüfftelte Strategie darin bestand, dass sie einfach so wenig Schläge wie nötig machen wollten, um den Ball schnellstmöglich im Loch zu versenken. An sich keine erkennbare Strategie, aber trotzdem raffiniert und sehr erfolgreich. Sie gewannen mit nur einem Schlag Vorsprung, also knapp aber verdient, vor dem Ehepaar Schmidt. Ganze 5 Schläge Differenz zu den Zweitplatzierten erarbeiteten sich Julius und Joachim Crones bei ihrem Sieg in der Netto-Wertung. So dass dort nicht unbedingt von knisternder Spannung die Rede sein konnte. Aber so ein Vorsprung zeigt deutlich, wie gut die Beiden an diesem Tag gespielt haben.


Nun ja, Corona steht über, hinter und neben allen Aktivitäten unseres Alltags. So auch beim Golf. „Mit Abstand sind sie die Besten“ und ähnliche Sprüche beherrschen den Umgang miteinander. Leider auch bei Siegerehrungen und traditionellen Gepflogenheiten, wie ein gemeinsames Gänseessen. Aber da man die Vorgaben ja umsetzen muss und will, erscheinen auf dem Siegerfoto nun mal nicht alle Sieger, sondern nur so viele, wie es der Abstand erlaubt, und beim Gänseessen wurde ein Wahnsinnsspagat der Küche in Anspruch genommen, denn die Flights erhielten ihren Gänsebraten sofort nach Beendigung ihrer Runde und nicht alle zusammen nach der Siegerehrung. Ein Kraftakt für Francois Heuertz und sein Team, das es aber perfekt gemeistert hat. Besonders, da man auch noch sein Gänschen mit nach Hause nehmen konnte und nicht im Clubhaus verspeisen musste.

Allein dieser immense Aufwand beim Gänseessen zeigt perfekt, wie schwierig dies Jahr für alle Beteiligten war. Na ja, jetzt haben wir Golfspieler erstmal viel Zeit Abstand zu halten, was ich, wenn ich mal ehrlich sein darf, doof finde, denn zum einen möchte ich das ganze Jahr über Golf spielen können und zum anderen finde ich doch verdammt viele Mitglieder und Mitarbeiter des Clubs so nett, dass ich auch den Winter mit ihnen verbringen könnte. Diese Winterquarantäne gefällt mir, Corona hin oder her, nicht so unbedingt.

Brutto
1.    Carl  Siemon
Berthold Itter                            85 BS

2.    Brigitte Schmidt
Dr. Oliver Schmidt                    86 BS


Netto
1.    Julius Crones
Joachim Crones                   63 NS

2.    Fried-Jörg Schulz
Julian Patrick Schulz           68 NS

3.    Björn Werner
Antje Werner                       69 NS