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Nachricht im Detail

11.08.2019

Jugendgolftage

Vom 5. bis 9. August fanden auf unserer Anlage die Jugend Golftage 2019 statt.

Turnier Senioren und Jugend

Pros und Jugendliche beim Training

Teilnehmer der Jugendgolftage

Training mit Andrew

Hört sich im ersten Moment nicht wirklich spannend an und lockte mich jetzt nicht zwingend auf den Platz, um zu schauen, was die Jugend zu bieten hat.  Aber da ich bei den letzten drei Turnieren permanent eine Unterspielung verschenkt hatte, weil ich aus keinem Bunker herauskam und exakt 3 Löcher pro 9 Loch Turnier streichen musste, hatte ich mir am Morgen des 6.8. Straftraining im Bunker verordnet.   So stand ich also ausnahmsweise mal vormittags am Ballautomat und konnte ganz in Ruhe das Treiben der jugendlichen Golfer bestaunen. Gestaunt habe ich wirklich, denn erstens  sah ich keinen Teilnehmer der ein Handy vorm Gesicht geparkt hatte. Und zweitens lief alles ungewöhnlich diszipliniert und gesittet ab.
Alles was jetzt kommt, ist absolut wertfrei. Es sind nur Beobachtungen, keine subjektiven Analysen oder gar mir nicht zustehende Bewertungen. Aber es war so sehenswert, dass ich einfach darüber berichten muss. Denn es war alles andere als nur so ein Turnier, bei dem die Jugend ans Turniergeschehen herangeführt werden sollte. Es war eine Megawoche. Mit allem Zipp und Zapp und rundum zufriedenen Teilnehmern.
Also los:  Bis auf die Eltern, die manchmal viel aufgeregter als ihre Sprösslinge auf der Anlage herumwuselten und jede Menge Hektik verbreiteten, und bis auf die Eltern, die betont cool und professionell auftraten und damit ihren Nachwuchs bis aufs Blut reizten, und bis auf die Eltern oder Elternvertreter, die so taten, als würde sie die Sache überhaupt nichts angehen, und bis auf die Eltern, die überhaupt nicht anwesend waren, war alles fast genauso, wie auf Erwachsenenturnieren auch. Nur waren die Akteure eben jünger und damit sahen viele Abläufe einfach amüsanter und sympathischer aus. Und geschmeidiger!
Alles war aber auch so, wie  auf Fuß- oder Handballturnieren oder anderen Sportevents für Jugendliche bundesweit. Nur hatten die Jungs und Mädchen einen Golfschläger in der Hand, mit dem sie zum Teil hervorragend umgehen konnten. Es war eben wie überall beim Sport, bei dem man zeigen möchte, was man so drauf hat. Einigen jugendlichen Akteuren konnte man unschwer ihr Idol ansehen. Sie versuchten sich so zu bewegen und so zu schwingen, wie der Koepka oder ein anderer Tourstar. Andere waren so nervös, dass sie an sich alles vergaßen, was sie mühsam eingeübt hatten. Und deshalb zusätzlichen Stress mit dem betreuenden Elternteil oder Trainer bekamen. Wenigen konnte man aber auch schon eine gewisse Routine anmerken. Sehr gekonnt bauten sie ihre Vorbereitungen auf und strahlten eine innere Ruhe aus. Allein das Treiben vor dem ersten Abschlag zu beobachten war toll. All die Anspannung, die Hektik und das Bestreben seine Nervosität in den Griff zu bekommen war sehenswert. Das macht den Reiz von Sportveranstaltungen aus und wenn es dann auch noch um Jugendwettbewerbe geht, die so gut angenommen werden, wie diese Jugendgolftage, dann macht es so ein altes Sportlerherz glücklich.
Na ja, dass an diesem Tag mein Bunkerstraftraining deshalb zu kurz kam und ich am nächsten Tag nochmals in den Sand musste, war irgendwie klar. Aber diesmal ein anderes Bild. Keine Hektik mehr bei den  jugendlichen Akteuren, die aus fast allen Golfclubs der Region angereist waren. Herrlich zu sehen, wie sie nach nur 2 Tagen fast freundschaftlich miteinander umgingen.  Herrlich, mal Kids zu beobachten, die nicht nur auf dem Computer Spieler spielen lassen, sondern selber den Hinter hochheben und sich sportlich betätigen. Herrlich, zu sehen, wieviel Spaß gerade beim Golf rüberkommt. Bei Jugendlichen aller Altersstufen! Und herrlich, wie gut doch der Nachwuchs Golf spielen kann. Und letztendlich herrlich, wie sich unsere beiden Trainer, der Mike McLean und der Andrew Winstanley, ins Zeug legten, damit auch ja kein Leerlauf entstand  und das Programm durchgezogen wurde. Vom Stableford-Turnier am Vormittag über Regeltests am Mittag  bis hin zu Puttwettbewerben  am späten Nachmittag war alles perfekt organisiert. Zusätzlich gab es aber auch
noch Training im Kurzen Spiel, Video Analysen zum Schwung und es wurde mit dem Flight Scope akribisch gearbeitet. Aber Mike und Andrew sind alles andere als knochentrockene Golftrainer und deshalb kam natürlich der Spaß nicht zu kurz. Deren Sprüche sind einfach umwerfend lustig und wenn das dann auch noch mit exzellenten Tipps kombiniert wird, dann jubiliert einfach jedes jugendliche Golferherz.
Aber zum guten Training gehört auch gutes Essen. Herrlich, was unsere Gastronomiekünstler, unsere Heuertz, grandios, auf den Appetit jugendlicher Gäste eingehend, zusammengestellt hatten. Angefangen mit Pizza und Nudeln über Schnitzel, Sandwichs und Burger bis zum finalen Grillfest mit Wochensiegerehrung am Freitag war alles vorhanden, was Jugendliche nun mal mögen. Aber anscheinend nicht nur Jugendliche sondern auch die Senioren.
 Der Donnerstag gehört traditionell den Senioren und vor Jahren ist aus diesem Kreis der grandiose Vorschlag gekommen, mit den Kids zusammen eine Runde Golf zu spielen.  „Alt mit Jung“ das hat nun mal seinen eigenen Charme und ist für beide Gruppen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Gerade bei der Kommunikation. Das ist für beide Altersstufen nicht einfach. Aber es geht!!! Wie man am diesem Donnerstag sehen und hören konnte. Ja und da unsere Senioren und Seniorinnen noch verdammt fit sind und immer noch ein gutes bis sehr gutes Golf spielen, hatten sowohl die Jugendlichen als auch die Älteren auf dem Platz verdammt viel Spaß und jede Menge sportliche Herausforderungen. Zumal die „Kuchenmütter“ im Halfway Haus die Stimmung mit selbstgebackenen Leckereien zusätzlich anheizten.
Spaß, der aber mit Beendigung der Runde nicht aufhörte, sondern erst so richtig anfing. Es war einfach ein wunderschöner Abend, der auch noch einen ungewöhnlichen Höhepunkt bereithielt.  Zum Glück ist die Jugend  mittlerweile sehr Umweltbewusst und der Umgang mit der Natur ist ihnen alles andere als piep egal, so referierte Wolfgang Schmidt (Hessenforst) gute 15 Minuten vor Jung und Alt über die Probleme der heimischen Wälder.
Für mich und alle Beteiligten (vor allem für Andrea Klug und Andrea Frömming) war diese Woche unglaublich und voller positiver Überraschungen. Unglaublich, weil doch Vorurteile vorhanden waren, und überraschend, weil es mit den Teilnehmern überhaupt keinen Probleme gab. Null, nothing, niente. Das ist nicht oft so. Alles war herrlich, nur mein Bunkerspiel nicht! Ich kam nicht zum Trainieren.

Euer Klaus Purwin